Man sollte keine gelbe Regenjacke tragen, wenn man schwarz fahren will. Eigentlich sollte man besser gar keine Jacke anhaben oder eine Tasche oder sonst irgendwas, jedenfalls nichts an dem man festgehalten werden kann, zum Beispiel von kleinen schreienden Kontrolleurinnen oder so.
Sonst geht es einem wie dem Mann mit der gelben Regenjacke, der an einem Montagmorgen schwarz fuhr und an eine besonders hartnäckige Kontrolleurin geriet. Read the rest of this entry »
geißbockheim/müngersdorf/ frei erfunden. Spät am Abend schlendert Christoph Daum noch einmal über die Trainingswiese am Geißbockheim. es ist schon dunkel, die spieler längst zu hause. der trainer muss denken. an den kick gegen den sv wehen wiesbaden, der jetzt geschichte ist, an die tretenden abwehrspieler zweiter klasse, und den acker von fürth: geschichte. an uli hoeneß (daum verzieht das gesicht). an michael meier (daum muss husten) und an die verdammte frage, ob er jetzt hier bleiben soll. er hat die bild-zeitung gelesen, in der steht: aufstieg! party! rücktritt!. Die Bild weiß mehr als er, wie immer, aber das kennt er, er ist ja ein alter hase. Er denkt an Patrick Helmes. Er denkt an den Kölner Express und seine Schlagzeilen. Er wägt ab. So geht er noch ein paar Stunden und zieht am Geißbockheim seine Runden.
Der Brunnen im Mediapark ist statt Wasser- nur noch Trauerspiel. Er weint noch ein paar Tropfen aus seinen verstopften Tränendrüsen. Einst glänzte er wohl in, wenn auch etwas eigenwilliger Architektur, voller Pracht. Einst konnte man wohl Meere sehen, wie der relingsähnliche Teil der, wie gesagt etwas eigenwilligen, Architektur vermuten lässt.
Jetzt schwimmen nur noch leere Trinkpäckchen in seinem trüben Tümpel. Er mag nicht der schönste Brunnen der Welt, oder sagen wir, der Stadt sein. Aber er hat es nicht verdient so vernachlässigt zu werden.
Wir fordern die Verantwortlichen auf: Helft dem Brunnen! Macht das Leben im Mediapark wieder lebenswert! Denkt an unsere Mittagspausen!
Ein immerwährender Quell der Freude: Götz Wiedmann im Allgemeinen, dieses Lied im Speziellen. (wobei “Eduard der Haschischhund” und “dein Vater hat nen Kater” auch ganz weit vorne sind)
Altstadt-Nord, An der Rechtschule. In der schmalen Einbahnstraße parkt ein großer WDR-Lastwagen auf der Straße, der Fahrer lädt Kisten aus und hat es dabei nicht sonderlich eilig. Immer eine Kiste holt er aus dem schier unendlichen Stauraum seines LKWs und verschwindet damit in der Hofeinfahrt. Dann kommt er wieder, holt die nächste Kiste. Hinter dem LKW bildet sich langsam eine Schlange von wartenden Autos. Ganz vorne ein weißer Transporter. Der Platz zwischen dem LKW und den parkenden Autos ist schmal, aber er ist breit genug, auch für den Transporter. Trotzdem zögert der Fahrer, immer wieder guckt er aus dem Fenster, versucht den Platz einzuschätzen. Die Autofahrer hinter ihm werden ungeduldig, alle haben es eilig. Es ist morgens, kurz vor 10 Uhr, die meisten sind unterwegs zur Arbeit. In der Schlange steht auch ein Streifenwagen. Plötzlich wird es den Polizisten zu blöde, einer von ihnen greift zum Mikrophon. “Könnte der weiße Transporter bitte mal weiterfahren!”, schallt es über die Lautsprecheranlage auf dem Dach des Polizeiwagens durch die Straße.
Gut, dass nicht jedes Auto über eine solche Anlage verfügt. Nicht alle Autofahrer hätten die höfliche Ausdrucksweise des Polizeibeamten gewählt, um ihrem Ärger Luft zu machen.
Haltestelle Christophstraße/Mediapark. Ich steige mit meinem Fahrrad in die Bahn. Generell finde ich Fahrräder in der Bahn ziemlich unpraktisch und sperrig. Komischerweise regen mich die anderen Bahnfahrer mit Fahrrädern nicht so sehr auf wie ich mich über mich selber. Und mein Fahrrad. Da bekomme ich fast einen Nervenzusammenbruch. Die Vorstellung reicht schon. Zum zweiten Mal in meinem Leben habe ich es heute gewagt. Read the rest of this entry »
Altstadt-Nord. Ich will in den Kiosk am Eigelsteintor eigentlich nur um abends noch schnell Zigaretten zu holen. Als ich die Bude betrete, mustert mich der Besitzer kurz und sagt dann: „Du siehst aus wie ´n Journalist.“ Ich stutze. „Bitte, was?“ Read the rest of this entry »
Autobahnauffahrt A3 Richtung Frankfurt/Bonn: Es ist Stau. Und was für einer. Nicht nur der übliche Feierabendverkehr, nein, es geht gar nix mehr. Ich fange an zu schimpfen. Schimpfen beim Autofahren macht Spaß und ist gut für die Rhetorik. Wer möchte schon eine Staustunde lang “Arschloch” sagen? “Schieb deinen Asphaltbeleidiger von meiner linken Spur” ist da schon anspruchsvoller. Read the rest of this entry »
Kaum lassen die ersten Sonnenstrahlen den Beginn des Sommers erahnen, füllen sich die Kölner Parks und Wiesen mit unzähligen Menschen. Fußball, Grillen, Volleyball oder einfach nur Chillen. Was für Kinder vom Dorf die Gärten hinter dem Haus oder die nah gelegenen Felder sind, das sind die Parks für die jungen Menschen in der Stadt. Das widerlegt nicht nur die immer wieder beschriebene These von den „Kellerkindern“ der Großstädte, es fördert auch das Gemeinschaftsgefühl und nicht zuletzt die Kommunikation in der sonst so anonymen Metropole. „Habt ihr mal Feuer?“ „Das riecht aber gut bei euch!“.
Seit März 2003 darf man auf den meisten Kölner Grünflächen offiziell grillen. Gut so, denn was gibt es im Sommer Schöneres, als mit Freunden auf einer Wiese zu sitzen, zu grillen und sich dabei langsam aber stetig der Weltformel anzunähern?
“Die Fahrkarten, bitte.” Eine junge, dunkelhaarige Frau zückt ein Gerät und lässt sich von den Fahrgästen in der Straßenbahn, Linie 7, am Neumarkt die Fahrkarten zeigen. Eine andere Frau steht auf und geht zum Ende des Abteils, um ihr Ticket abzustempeln. Die Kontrolleurin folgt ihr. “Ich muss Sie um Ihren Personalausweis bitten”, sagt sie. Read the rest of this entry »

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