Haltestelle Klettenbergpark. Mist, verpennt. Wieder einmal habe ich mich beim Weckerklingeln lieber doch noch genüsslich auf die andere Seite gewälzt, statt aufzustehen. Aus “Nur noch fünf Minuten, Mutti…” wurde dann doch eine gute Stunde. Man wohnt ja auch nicht mehr bei Mutti, wer soll einen da wecken? Etwa die faulen Uni-Studenten-Mitbewohner? Wer’s glaubt…
Schnell duschen, frühstücken, runter rennen. Die Bahn fährt mir vor der Nase weg, war ja klar. Sieht der Fahrer eigentlich nicht, ob jemand mit allen zur Verfügung stehenden Körperteilen gegen die Wagentür schlägt, damit sich diese öffnet? Was solls… meine müden Augen erspähen auf der Anzeigetafel über mir eine Laufschrift: “Wegen einem Bahndefekt hat die Linie 18 heute 10 Min. Verspätung.”
Ich überlege kurz, ob ich ein Bild davon mache und es an Bastian Sick schicke. Aus diesem kleinen Dativ-statt-Genitiv-Fehler hätte er wohl gut und gerne zwei, drei Zwiebelfisch-Kolumnen gebastelt. Im Moment ist mir das allerdings relativ egal, ich bin ja schon froh, wenn mir überhaupt jemand sagt, dass die Bahn zu spät kommt. Ein einfaches “18 kaputt! Wart’ mal kurz!” hätte mir auch schon gereicht. Trotz allem ärgerlich; die zehn Minuten mehr Schlaf hätten mir heute morgen sicher nicht geschadet.


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