Haltestelle Christophstraße/Mediapark. Ich steige mit meinem Fahrrad in die Bahn. Generell finde ich Fahrräder in der Bahn ziemlich unpraktisch und sperrig. Komischerweise regen mich die anderen Bahnfahrer mit Fahrrädern nicht so sehr auf wie ich mich über mich selber. Und mein Fahrrad. Da bekomme ich fast einen Nervenzusammenbruch. Die Vorstellung reicht schon. Zum zweiten Mal in meinem Leben habe ich es heute gewagt. Ich wollte ja nicht, aber was soll man machen, wenn der Kollege kein Fahrrad dabei hat, aber beide das gleiche Ziel haben?! Allein die Treppen runter zum Gleis sind eine Herausforderung. WIe machen das nur die anderen Fahrradmitnehmer? Bei mir funktioniert das jedenfalls nie so wie ich das will. Denn das Fahrrad bockt wie ein anstrengendes Pferd. Irgendwann zieht es mich noch einmal die Treppe runter.
Aber zurück zu der Bahn. In der Hoffnung, dass sie nicht allzu überfüllt ist, steige ich ein. Mist, zwei Kinderwagen. Naja, ich beschwere mich nicht und kann mein Fahrrad so hinstellen, dass es eigentlich niemanden stören sollte. Das sieht eine blonde Dame anders. Sie fragt mich: “Was ist wohl besser in der Bahn, Fahrrad oder Kinderwagen?” – “Beides unpraktisch”, antworte ich, nichts Böses ahnend. Plötzlich wettert die komische Frau los, wie unverschämt und blöd ich doch wäre, mein Fahrrad mit in die U-Bahn zu nehmen. Dass ein Fahrrad schließlich dafür da wäre, dass man “seinen Arsch auf den Sattel schwingt”. “Aber nein, da ist sich das junge Fräulein wohl zu fein für, was?!” Ich bin sprachlos. Und wütend. Diese Frau war einfach unmöglich. Ihre Freundin schämte sich schon ein wenig und bat sie, leiser zu sprechen. Die beiden Frauen saßen mit ihrem Rücken zu mir, ich stand direkt hinter ihnen. Und durfte mir noch so einige Beschimpfungen anhören. Dabei habe ich doch gar nichts Böses getan. Ganz abgesehen davon, dass ich mich mit Fahrrad in der Bahn sowieso überfordert fühle.
Zum Glück musste ich nur zwei Stationen fahren. Das machte die Sache aber auch nicht besser, denn das sprach na nur für meine “Faulheit”. Irgendwie habe ich das Fahrrad aus der Bahn manövriert. Die Frau mit dem Blümchenkleid drehte sich noch einmal um. “Bekomm ich jetzt noch nen blöden Spruch?”; fragte ich sie. “Brauchste noch einen, brauchste noch einen, hä?!” – ich finde, diese Frage, in Verbindung mit dem provozierenden Kinnzucken in meine Richtung von der Pöblerin, sagt schon eine Menge über diese Person aus. – “Ja, ich bitte darum.” Als Antwort bekomme ich nur eine Handbewegung, die mir zeigt, dass der wortgewandten Frau die blöden Sprüche ausgegangen sind.
Ich werde nie wieder mit meinem Fahrrad in eine U-Bahn steigen


1 comment
Comments feed for this article
7. Mai 2008 um 10:39
ann
Manche leute ham einfach einen knall: steigen mit dem fahrrad in die u-bahn…
nee, im ernst, die frau mit dem blümchenkleid ist natürlich nicht ganz beisammen. deswegen: jetzt erst recht!
tschö, ann