„Wir haben sogar Nummern aus Düsseldorf“, wirbt die Auskunft der Telekom auf einer Plakatwand zwischen Neumarkt und Heumarkt. Eine Werbung zugeschnitten auf Köln. Wo sonst würde sie Sinn machen?
Oder wo kann man besser Köln-Accessoires tragen? Beispiel: Eine dunkelhaarige Frau setzt sich am Rudolfplatz in die Straßenbahn. Sie fällt auf. Sie trägt eine dunkelblaue Jeans, ein weißes Poloshirt mit Lacoste-Krokodil, eine große Sonnenbrille von Dolce&Gabbana – und eine dieser sportlichen Umhängetaschen mit Stadtplänen drauf. In diesem Fall der Stadtplan Kölns.
Auch der Junge, der an der Haltestelle Neumarkt steht, ist ein Beispiel. Seine Jeans hängt zwischen den Knien, die weiße Kappe sitzt schräg auf seinem Kopf. Er trägt ein Trikot. Es ist rot. Mit weißer Schrift steht „Helmes 9“ auf der Rückseite. Die Vorderseite ziert das Geißbock-Logo des FCs.
In der Innenstadt schlendern zwei Mädchen die Hohe Straße entlang. Eines der Mädchen hat wasserstoffblonde Haare und stark gebräunte Haut. Die großen weißen Kreolen, ihr weißer Lack-Gürtel und die zu tief sitzende Hüfthose lenken den Blick von dem wirklich wesentlichen ab: Eine schwarze Tasche, die mehrfach die weiße Aufschrift „Köln“ trägt, nur einmal ist das „Köln“ in türkis gedruckt.
Ein Mann, der an einer Bäckerei in der Christophstraße vorbei läuft, propagiert Köln in anderer Form: Auf seinem weißen T-Shirt prangt das Wappen der Stadt.
Fehlender Lokalpratriotismus? Von wegen. Köln liegt im Trend, Köln ist in. Zumindest bei den Kölnern.


2 comments
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22. Mai 2008 um 10:31
Anonym
Und der Lokalpatriotismus startet schon im ganz Kleinen: In den nächsten zwei Monaten gibt es für jedes Neugeborenes im Krankenhaus in Holweide: Ein “I love Köln”-Lätzchen. Kostenfrei, unverbindlich, als Werbeaktion des Herstellers. Und egal, ob die kleine aus Bergisch Gladbach, Leverkusen oder Frechen kommt – wer in Köln geboren ist, der hat die Stadt zu lieben. Und wenn ein Kind schreit, dann bestimmt nicht wegen rot und weiß.
23. Mai 2008 um 12:58
Anonym
die lätzchenidee ist toll! Überhaupt super beobachtet, wir sind wirklich lokalpatrioten. Ich habe ein kölnfrühstücksbrett und einen schrammastarschnitt überm bett hängen
Nur diese uni-köln-shirts will irgendwie beim besten willen keiner tragen…