Hohenzollerring 7 –11: Hier darf jeder rein. Es gibt keine kleine Plakette mit „Zutritt unter 18 verboten“, wie an vielen Spielhallen. Dafür gibt’s im Giga-Center beim Rudolfplatz auch kein Roulette, kein Black Jack und kein Poker. Nicht mal einarmige Banditen. Wer James-Bond-Flair möchte, sollte sich ein Casino suchen oder eine Spielhalle mit besagter Plakette neben dem Eingang.

Sechs Etagen hat der monströse Glaskasten. Überall blinkt es. In den oberen Etagen ist gar nichts los. Um elf spielt niemand Billard. Dart auch nicht. Was für diese Uhrzeit gut besucht ist, sind die Spielsäle. Eine ganze Schulklasse zockt hier. Online-Games, Spielautomaten. Und – klassisch – sie fahren Auto- beziehungsweise Motorradrennen. Dass die Jungs einen Schulausflug hierhin machen, glaube ich nicht.

Außer ihnen sitzen noch ein paar Leute an den Bars. Alles in allem sind vielleicht 30 Leute hier. Der Laden hat rund um die Uhr offen – lohnt sich das? Kommt irgendjemand in seiner Mittagspause auf die Idee, sich in eine Spielhalle zu setzen und in der „Magic Hall“ Dance Dance Revolution zu spielen? Oder geht jemand ins Giga-Center, um schick zu essen? Wohl nicht. Aber immerhin, der Kaffee kostet 1,70 Euro.

Die Karaoke-Partys an den Wochenenden sollen wahnsinnig gut besucht sein. Karaoke in der Spielhalle? Neben dem Automatengedudel? Na ja. Dass es in der vierten Etage beim Billard abends voll ist, kann ich mir gut vorstellen. Gemütlich ist es zwar nicht, aber mehr typischer Billardsaal als bunte Spielhölle. Insgesamt wirkt das Giga-Center auf mich zu unpersönlich, aber die Auswahl an Spielen ist riesig.

Übrigens machen die Jungs an den Automaten furchtbaren Lärm. Die Maschinen piepsen, dudeln und machen irgendwelche Fahrgeräusche. Einer sitzt davor und spielt, fünf Mann stehen drum herum und geben lautstark Anweisungen. Wahlweise „Schieß doch endlich“, „nach links, alter, nach links“ oder „Vorsicht, Mann, da musst du aufpassen.“ Wie muss das erst sein, wenn’s hier voll ist? Vielleicht ist dann der Altersdurchschnitt höher.