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Frieden, Liebe und ein bisschen Konsumismus

Köln. Neusser Straße. „Euromarkt“. Der Laden ist leer. Das kann natürlich daran liegen, dass es Montagmorgen ist, 11 Uhr. Oder aber weil nie jemand in diese Ein-Euro-Läden reingeht, um Gläser bedruckt mit den Helden der WM 2006 zu kaufen, oder Aschenbecher mit zu kleiner Aschfläche, so dass sie sich nur für Nichtraucher eignen. Oder gebrauchte Schwimmflossen und billige Lederjackenimitate. Oder Kartoffelchips aus Ländern, die ich weder politisch noch geografisch einwandfrei einordnen könnte. Meine absoluten Favoriten aber sind zwei Kaffeetassen. Eine Keramikherzhälfte ragt an jeder raus. Wenn man die Tassen zusammenstellt, verbinden sich die Hälften, man sieht das ganze Herz. Ware Liebe. Die Besitzerin denkt vermutlich, dass ich irgendwas klauen will. Read the rest of this entry »

Warum werben Bordelle eigentlich mit roten Herzen?

An irgendeinem Nachmittag Ende der 90er Jahre hatte ich genug von meinen unzureichenden sexuellen Erfahrungen. Ich wollte nicht mehr Flaschendrehen mit meinen Mitschülerinnen spielen, die unsicherer waren als die Wildecker Herzbuben beim Stabhochsprung. Dass es sowas wie Kekswichsen gab habe ich auch erst durch einen Kinofilm erfahren, aber meine Prinzenrolle war mir mit Schokoladenfüllung sowieso immer lieber. Ich wollte damals so oder so nur Juliane küssen.

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